HYPO Steiermark Generaldirektor Martin Gölles über Kultursponsoring: „Wir wollen einfach `tun´“

    HYPO Steiermark Generaldirektor Martin Gölles über Kultursponsoring: „Wir wollen einfach `tun´“

    HYPO-Steiermark Generaldirektor Martin Gölles

    Sponsoring ist längst fester Bestandteil der Kommunikationsstrategie moderner Unternehmen. Hier ist es vor allem der Sport, der das größte Stück vom Kuchen abbekommt. Die HYPO Steiermark geht einen gänzlich anderen Weg und fördert seit Jahren intensiv Kunst & Kultur. Weshalb, erklärt Generaldirektor Martin Gölles.

    Wieso verschreibt sich ein Bankhaus dem Thema Kultur?

    Die HYPO-Steiermark hat sehr früh begonnen, sich mit dem Thema Kultur zu befassen. Als eines der ersten Bankinstitute begannen wir in den 70er Jahren in unserem Haus auszustellen und ermöglichten den Zugang des Künstlers zur Wirtschaft und vice versa. Diese Ausrichtung wurde mit Bedacht auf Nachhaltigkeit und Beständigkeit in zwei Richtungen fortgesetzt: der Musik und der Malerei – mit Partnerschaften wie dem Ausnahmecellisten Friedrich Kleinhapl oder der styrianARTfoundation. Es geht bei all unseren Engagements aber nicht nur um Geld, sondern auch um den Austausch von Manpower und know how. Wir wollen einfach „tun“. Etwas tun für unsere Gesellschaft, für unsere Region und für unsere Künstler – und das Nachhaltig und aktiv.

    Das älteste Zisterziensterstift der Welt - Stift Rein - wird von der HYPO Steiermark unterstützt.
    Das älteste Zisterziensterstift der Welt – Stift Rein – wird von der HYPO Steiermark unterstützt.

    Sportsponsoring nimmt traditionell einen hohen Stellenwert in der Kommunikationsstrategie moderner Unternehmen ein. Kunst, Kultur sowie Wissenschaft bleiben zurück.

    Wir sind hier eben genau anders und haben unsere Kraft in den Kultur-, Sozial-, und Bildungsbereich gelegt. In diesen Bereichen haben wir entschieden, langfristig Mitverantwortung zu übernehmen. Wir sind überzeugt, dass unsere Mittel genau dort ankommen, wo sie ankommen müssen. Speziell im kulturellen Bereich ist erkennbar, dass selbst ein Staat, der früher etwas großzügiger sein konnte, seine Grenzen findet. Gerade hier ergeben sich hervorragende Möglichkeiten sich einzubringen. Kunst, Kultur, Künstlerinnen und Künstler zu fördern sind wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Und darin liegt auch der große Mehrwert eines Kultursponsorings.Hypo_GB11_4831 (Medium)

    Kerngeschäft einer Bank ist und bleibt Vermögen. Wie stehen Sie zu Investments in die Kunst?

    Man kann nicht immer predigen, den kulturellen Bereich zu unterstützen, sondern muss auch bereit sein, selbst einen Beitrag zu leisten. Wer durch unser Haus geht, wird einerseits Exponate der styriaARTfoundation finden und andererseits viele Bilder und Skulpturen, die wir selbst angeschafft haben, entdecken können. Über die Qualität kann natürlich trefflich diskutiert werden, aber wer sich für Kunst interessiert, der wird stets Dinge kaufen, die ihm auch selber gefallen. Dass es weit größere Kunstmäzene als die HYPO Steiermark gibt, ist klar, aber das Geld, das wir hierfür in die Hand nehmen, wurde und wird erfolgreich in Kulturgüter investiert – erfreut und inspiriert somit über Jahre und Jahrzehnte Kundinnen, Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Künstler sind oft feinsinnige, sensible Gemüter. Wie passt das zur kühlen Finanzwirtschaft?

    Hypo_GB11_4988 (Medium)Das Bild, dass hier nach außen gezeichnet wird, ist etwas übertrieben. Wenn man mit Menschen zu tun hat – welche Freude, Interesse, Verantwortung und Ehrlichkeit in der Beratung und Betreuung verspüren sollen – ist weit mehr Feingefühl vonnöten als man glaubt. Ich geniere mich daher nicht zu sagen, dass wir gerne bereit sind, Gefühle zu zeigen. Eine Geschäftsbeziehung, die ohne Gefühle und nur steril abläuft, in der fehlt Partnerschaft und Beständigkeit. Insofern ist die Finanzwirtschaft viel emotionaler als man glaubt. Was Künstler betrifft, die sicherlich sensibler sind, so bedarf es besonderer Antennen, um Schwingungen aufzunehmen und ich sehe es vielmehr als Bereicherung in der Kommunikation, auf den Menschen auch etwas näher einzugehen.

    Das Kooperationsnetzwerk ist neben der Kultur breit aufgestellt, insbesondere in der Steiermark…

    Wir sind eine starke regionale Bank die 1930 vom Land Steiermark gegründet wurde und haben nicht zuletzt dadurch der Steiermark und den Menschen gegenüber eine besondere Verantwortung. Wir unterstützen neben der Kultur auch das Odilien-Institut, die Caritas, die alpinen Vereine und die berufsbildenden Schulen. Auch wenn es wohl einfacher ist, bestimmte Dinge nicht zu beachten, so entscheiden wir uns bewusst für das Hinschauen – weil die Gesellschaft aus verschiedenen Gruppierungen besteht und wir uns zum Unterschiedlichen klar bekennen. Deshalb unterstützen wir auch Randgruppen und setzen unsere Kraft gezielt ein, denn je mehr investiert wird, desto besser wird sich die Region entwickeln und damit wiederum der Gesellschaft zu Gute kommen. Unser Unternehmensleitbild schreibt das vor und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leben das auch.

    Mit dem Cellisten Friedrich Kleinhapl verbindet die HYPO Steiermark eine langjährige Kulturpartnerschaft.
    Mit dem Cellisten Friedrich Kleinhapl verbindet die HYPO Steiermark eine langjährige Kulturpartnerschaft.

    Text: Wolfgang Pauker

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