Kulinarisch unterwegs in der Region um Brescia

Kulinarisch unterwegs in der Region um Brescia

Der Gardasee ist der nördlichste Ort Italiens, an dem Zitronen noch unter freiem Himmel wachsen und Olivenbäume wie im Paradies gedeihen. Dieses beneidenswerte Mikroklima zeigt seine Vorzüge auch beim Weinanbau. Zum Aushängeschild wurde in den letzten Jahren der Rosé-Wein aus der Cantina Costaripa in Moniga del Garda. Auch sonst hat die Region kulinarisch einiges zu bieten.

Rosé und Fisch am Gardasee

Das nahezu impressionistische Rosa im Weinglas wäre auch in Südfrankreich einen Hingucker wert. Duft und Geschmack bestätigen die anmutige Optik des hochgepriesenen Rosé-Weins aus dem Valtenesi, jener Weinbauregion, die sich bis zum westlichen Ufer des Gardasees erstreckt. Das einzigartige Klima des Sees und die Kunstfertigkeit des Önologen Mattia Vezzola haben einen Kultwein entstehen lassen, vor dem auch französische Winzer-Kollegen ihren Hut ziehen.

 Mattia Vezzola
Mattia Vezzola

Vezzola setzt auf einheimische Rebsorten – für den Rosé in erster Linie auf die Gropello-Traube – und baut diesen dann zum Teil in Eichenfässern aus. Das Ergebnis ist ein runder Rosé-Wein mit zurückhaltender, eleganter Säure, der ideal zu den kulinarischen Köstlichkeiten der Region passt (www.costaripa.it). Vor allem aber zu Fisch. Rund 50 Fischer verdienen am See mit dem Fischfang ihren Lebensunterhalt. Eine eigene Aufzuchtstation in der Ortschaft Desenzano sorgt dafür, dass die Bestände gut bestückt bleiben.

Il Castello dalla città bassa
Il Castello dalla città bassa

Als eine der vielen Spezialitäten am größten See Italiens gilt die agone, die Gardasee-Sardine, die gerne am Grill zubereitet wird. Dabei handelt es sich um einen nahen Verwandten aus der Familie der Heringe. Ursprünglich war er ein Wanderfisch, dem Lachs ähnlich, der nur zum Laichen ins Süßwasser kam. Da er sich im Gardasee so wohl fühlte, wurde er sesshaft. Ebenfalls lecker ist eine Barschart namens persico. Er ist zwar schwierig zu filetieren, sollte aber unbedingt einmal probiert werden. Eine weitere Spezialität ist die tinca (Schleie), die gerne als ragù mit bigoli (Pasta) serviert wird. Auch die anguila, eine Aalart am Lago, wird gerne gegessen – meist wird sie in Tournedos geschnitten und kross angebraten. Auch der lavarello (Renke) kommt oft auf die Speisekarte; meist gegrillt. Als König der Gardaseefische gilt der carpione, weil er ausgesprochen rar ist und nut selten im Netz der Fischer landet.

Brescia: Kultur, Charme & gutes Essen

Brescia - Duomo a Montichiari
Brescia – Duomo a Montichiari

Brescia ist mit knapp 200.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in der Lombardei. Zahlreiche Bauwerke aus den unterschiedlichsten Epochen bieten eine Reihe an Sehenswürdigkeiten. Wer einen kulinarischen Trip durch die Region unternimmt, sollte zumindest eine Nacht in der Stadt einplanen. Als Unterkunft empfiehlt sich das altehrwürdige Hotel Vittoria im Zentrum der Altstadt (www.hotelvittoria.it). Seine Dachterrasse mit tollem Ausblick und das hoteleigene Restaurant sind ideal um während des Stadtbummels auszuspannen. Zu den kulinarischen Spezialitäten Brescias zählt die casonsei, eine regionale Variante der Ravioli, die traditionell mit zerlassener Butter, Brösel und Salbei angerichtet wird. Eine nette Möglichkeit um einen Überblick über die Weine der Region zu erhalten und dabei gut zu essen, ist die Weinhandlung Signorvino (www.signorvino.com). In den warmen Monaten sitzt man im Gastgarten am Piazza della Vittoria – eine wirklich wundervolle Location.

Unterwegs am Land

100712_costaripa_033Ein kulinarischer Streifzug durch die Region Bresica ist zu großen Teilen auch ein klassischer „Landurlaub“. Besonders im Kommen sind neue, mondäne Unterkünfte als Teil von Landwirtschaftsbetrieben. Viele von ihnen verfügen neben Gästezimmern auch über ein eigenes Restaurant, produzieren Wein sowie Lebensmittel, und erfreuen ihre Gäste in den Sommermonaten mit einem großzügigen Swimmingpool. Man unternimmt von seiner Unterkunft aus Ausflüge zu Weingütern, Restaurants und verbringt den restlichen Tag dann bei süßem Nichtstun im Liegestuhl. Speziell für Radfahrer bietet sich eine Vielzahl an kulinarisch abgestimmter Radrouten an. Für ein bodenständiges Mittagessen empfiehlt sich zum Beispiel das San Bernado in Poncarale. Freunde der gehobenen Küche sind mit dem Fenil Conter in Pozzolengo gut beraten. Auch als Unterkunft ist das Haus eine Empfehlung wert, der Swimmingpool ist grandios. (www.fenilconter.it)

Fazit: Egal ob man Brescia einen Besuch im Zuge eines Mailandaufenthaltes abstattet oder extra anreist, die Region ist nicht nur für klassische Italienfans eine Reise wert.

Barche a Vela_Credits Consorzio Lago di Garda-Lombardia (Large)
Lago di Garda – der traumhafte Gardasee

www.bresciatourism.it

Text: Stefan Zavernik

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