20 Jahre Steirisches Feuerwehrmuseum: Eine nach vorn gerichtete Rückschau

20 Jahre Steirisches Feuerwehrmuseum: Eine nach vorn gerichtete Rückschau

Genau 20 Jahre ist es her, als man in Groß St. Florian die Eröffnung des „Steirischen Feuerwehrmuseums“ feierte. Durch den unermüdlichen Einsatz kreativer Köpfe und vieler fleißiger Hände hat es das kulturelle Herzstück der weststeirischen Gemeinde zu überregionaler Bekanntheit geschafft. Das will gebührend gefeiert werden. Mit einem abwechslungsreichen Programm wird 2015 über vergangene Erfolge resümiert und der Weg für eine noch buntere Zukunft skizziert.

_IGP2097 (Large)Ein kleiner Ort mit großem Potenzial

Ein Blick auf das kulturelle Geschehen in der weststeirischen Gemeinde Groß St. Florian eröffnet einen Aspekt von Kunst und Kultur, der vielerorts immer mehr in Vergessenheit gerät: Die beiden Bereiche sind keine von der Gesellschaft trennbaren Größen. Erst durch ihre Wechselwirkung kann sich jeder Teil angemessen entfalten. Der wahre Wert der Kunst lässt sich also nicht in Zahlen messen, sondern ergibt sich erst aus ihrer Wirkung für die Gesellschaft. Das ist mit ein Grund, weshalb man im Steirischen Feuerwehrmuseum seit über 20 Jahren darum bemüht ist Projekte zu gestalten, die eine Brücke zwischen bildender Kunst, Kulturgeschichte und sozio-politischen Aspekten schlagen und die es ermöglichen, Menschen unterschiedlicher Lebensbereiche zu einen Dialog anzuregen. Dabei besteht die Herausforderung immer darin, den vielen verschiedenen Interessenslagen der Gemeinschaft gerecht zu werden. Dass es den Initiatoren des Museums durch viel kreatives Feingefühl immer wieder gelungen ist, eine ganzheitliche Kulturvermittlung zu betreiben, zeigt sich in der intensiven Mitwirkung der Gemeindemitglieder am Museumsgeschehen und am stetig wachsenden überregionalen Interesse an den kulturellen Happenings in Groß St. Florian. Ursprünglich als eine Plattform für regionale Künstler gedacht, hat auch die Museumsgalerie wesentlich dazu beigetragen, dass aus einer einfachen Idee ein über die Grenzen des Ortes hinaus geschätztes kulturelles Zentrum geworden ist.

_IGP2118 (Large)Zukunft im Spiegel der Vergangenheit

Nicht ohne Stolz präsentiert sich die Ausstellung Auf den zweiten Blick – eine nach vorne gerichtete Rückschau als Teil des diesjährigen Jubiläumsprogramms. Sie soll in erster Linie einen Querschnitt über die Ausstellungsgeschichte des Museums zeigen. Zum wiederholten Mal werden deshalb Arbeiten von Kitty Ackermann über Ernst Fuchs und Hortensia bis hin zu Gregor Traversa gezeigt. Die anfangs eigentümlich anmutende Gegenüberstellung der Werke stellt den Besucher dabei ganz bewusst vor eine Herausforderung. Sie ermöglicht neben einer Rückschau auch eine subtile Beschäftigung mit der Entwicklungsgeschichte des Museums. Dem Wortlaut des Ausstellungstitels entsprechend erkennt man den Reiz des Konzeptes aber erst auf den zweiten Blick. Man tastet sich heran. Mag im ersten Moment irritiert sein von der scheinbar losen Zusammenstellung der Werke. Doch unbewusst wirkt eine Anziehungskraft, die einen vorantreibt und geschickt das Interesse schürt, um früher oder später erkennen zu können, dass es genau der skeptisch beäugte Kontrast in der Gegenüberstellung der Arbeiten war, der einen zu ganz neue Sichtweisen angeregt hat. Mit dem Konzept von Auf den zweiten Blick – eine nach vorne gerichtete Rückschau ist es den Kuratorinnen Anja Weisi Michelitsch und Nina Zmugg damit nicht nur gelungen, die zwanzigjährige Museumsgeschichte nachzuzeichnen, sondern durch die neu angeregten Perspektiven gleichsam einen Katalysator für die Zukunft zu schaffen.

_IGP2149 (Large)Last but not least

Im Zuge der Vorbereitungen zum Jubiläumsjahr wurde auch die ganzjährige Feuerwehrausstellung im Haus neu aufbereitet. Von sprechenden Büsten über Paper Art bis hin zu geheimen Wunderkammern lassen sich viele spannende Details beschreiben, mit deren Hilfe die historische Entwicklung der Feuerwehr und ihre Bedeutung für unsere Gesellschaft präsentiert werden. Unterstützt durch ein buntes Rahmenprogramm rund um Lesungen und KUNSTbrunches, wird im Steirischen Feuerwehrmuseum damit alles geboten, was Groß und Klein zu begeistern vermag und gleichzeitig zu einem Blick über den Tellerrand animiert.

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Steirisches Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur

Marktstraße 1, 8522 Groß St. Florian, Tel. 03464 8820

www.feuerwehrmuseum.at

Text: Barbara Jernej

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