Die Perle Brela

Die Perle Brela

Die kleine kroatische Gemeinde Brela schmiegt sich an zerklüftete Berghänge, liegt inmitten duftender Pinienwälder und rühmt sich zu Recht mit einem der schönsten Strände der Welt. Zu Besuch in der Perle der Makarska Riviera in Dalmatien.

Es heißt, dass sich die Bewohner in Brela, das sich etwa 15 km nordwestlich der Stadt Makarska befindet, durch drei Eigenschaften besonders hervortun: Sie sind perfektionistisch, fleißig und stehen Neuem sehr offen gegenüber. Zu Gast in diesem Ort lässt sich rasch feststellen, dass diese Eigenschaften keinesfalls leere Versprechen sind.

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Savršeni – das Perfekte an Brela

Sechs Kilometer weißer Kieselsteinstrand, durchbrochen von wilden Felsen, dazwischen grüne Kiefern und Obstbäume, deren Äste bis ans Wasser hängen und sechs Kilometer Meer, dass in den herrlichsten Blau- und Türkistönen schillert: Der Strand Punta Rata in Brela zählt nicht umsonst zu einem der zehn schönsten Strände der Welt. Die malerischen Farben des Wassers und dessen Klarheit machen das Baden zu einem vergnüglichen Highlight, bei Tauchgängen lassen sich zahlreiche bunte Fischschwärme und eine üppige Flora betrachten. Dies ist den zahlreichen Wasserquellen geschuldet, die in dieser Gegend entweder ober oder unter der Meeresoberfläche entspringen.

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Im Falle Brelas handelt es sich um eine Quelle, die einen unterirdischen Fluß aus dem hinter dem Ort liegenden sogenannten Biokovo-Massiv speist. Das Süßwasser vermischt sich mit dem Meer und führt zu den strahlenden Farben und einem nährstoffreichen Wassergehalt. Auch der Name Brelas leitet sich von einer dieser unterirdischen Quellen ab, denn die Quellen (kroatisch vrelo) erzeugen Wirbel (kroatisch vrulja) an der Meeresoberfläche.

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An den Stränden schlängeln sich gepflegte Wege dahin, gesäumt von Pinienbäumen mit knorrigen Ästen und dichtem Nadelwerk, das am Tage kühlen Schatten spendet und in der Nacht den zirpenden Zikaden Platz bietet. Dieser entstehende Klangteppich aus dem Zirpen der Zikaden und dem zarten Rauschen der Wellen, die an die Ufer schlagen, lädt zum Verweilen auf einer Bank ein. Bestmöglichst nahe der im Süden des Ortes gelegenen Höhle Medvidina, am Strand Berulia. Diese natürliche Höhle beherbergte vor langer Zeit Mittelmeer-Mönchsrobben. Heute sind die Reflektionen des Wassers im Inneren der Höhle sowie das verstärkte Rauschen des Meeres ein besonderes Erlebnis. Das eigentliche Wahrzeichen von Brela befindet sich jedoch am Punta Rata: Der Felsen von Brela (kroatisch: Kamen Brela), ein natürliches Landschaftsphänomen. Von besonders kristallklaren Wasser umspült und mit grünen Bäumen auf der Spitze ist der Fels ein beliebtes Motiv für Fotografen – und Ruhepol für Schwimmer, die von der Meeresseite her den Aufstieg wagen.

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Neben vielen luxuriösen Villen, vor allem aus den frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, hat Brela auch an Unterkünften und Hotels zahlreiche schöne Stätten zu bieten. Auch hier strebt man nach Perfektionismus: Schon im Jahr 1897 wurde das Dorf Brela von kroatischen Priestern als Sommerdomizil erwähnt und für seine Schönheit gerühmt. Der organisierte Tourismus begann schließlich im Jahr 1932, als eine Pension mit dem Namen „Soline“ eröffnet wurde. Weitere folgten rasch, und mit ihnen auch der touristische Aufschwung. Heute findet man direkt am Punta Rata zum Beispiel das Hotel Marina, ein komfortables und schmuckes Hotel mit drei Sternen. Das Essen ist dort ausgezeichnet, das Personal sehr bemüht und stets freundlich. Findet sich Zeit, so sei ein Plausch mit dem Barmann der Hotelbar empfohlen – wohl eines der letzten Originale Dalmatiens, das dort gekonnt Shaker und Muddler schwingt und dabei so manche Anekdote zum Besten gibt.

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Marljivi – das Fleißige an Brela

Brela bietet zudem auch an mediterianen Köstlichkeiten, was das Herz begehrt. Ausgezeichnet gegessen wird so zum Beispiel im Restaurant Mediteran. Flugs kredenzt der Chef des Hauses, Jozo Sošić, als Vorspeise seinen berühmten Tintenfischsalat mit saftigen Äpfelstücken, dazu einen erfrischenden vollmundigen Weißwein aus einem der ältesten Winzergute der Region Istrien, den Kozlovič. Als Hauptgang wird frisch gefangene Zartbrasse, mit zarter Salzkruste, und eine regionale Gemüseplatte serviert. Zum Dessert ein leichtes Ananas Sorbet und schlusssendlich der herrliche Ausblick auf eine der malerischsten Buchten Brelas – mit strahlend weißem Kiesstrand und persenningblauem Wasser, in dem sanft Boote schaukeln.

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Vorzüglich dinnieren lässt es sich auch im Hotel Soline, ein Namensvetter der bereits erwähnten Pension. Besonders empfehlenswert ist hier das schwarze Tintenfisch-Risotto mit kroatischem Trüffel, hauchdünn geriebenen Parmesan und exquisiten Krabbenstücken – ein kulinarisches Erlebnis.

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Ein besonderes Highlight für Wanderfreunde und Spaziergänger sind die Touren und Wege auf das Biokovo-Massiv, welches sich hinter Brela majestätisch erhebt. Durch grüne Wälder stapfend, in denen Zikaden zirpen und so manche smaragdgrüne Eidechse huscht, an voll behangenen Feigen- und Granatapfelbäumen vorbei und das eine oder andere romantische kleine Steinhäuschen hinter sich lassend, bietet sich einem ein atemberaubender Blick auf die Makarska Riviera und die Insel Brač. Weiter geht es auf einem Teil der sogenannten Napoleon-Straße. Sie wurde dank Napoleons Feldherr und Herzog von Dubrovnik, Auguste Marmont, um das Jahr 1810 angelegt und sollte das Küstenland von Makarska über das Gebirge mit dem Hinterland verbinden. Zwar wurden die Arbeiten eingestellt, dennoch ist das Relikt längst vergangener Tage trotz seines hohen Alters noch in einem guten Zustand und kann besonders gut unter den Gebirgspässen Nevista und Poletnica betrachtet werden.

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Etwas weiter in Richtung der Kirche des Hl. Nikolaus, welche auf gut 500 Metern direkt unter dem Biokovo steht, findet man zahlreiche abgerundete und buckelige Steinformationen. Von Wind und Regen geformt, sticht besonders ein großer Felsen mit dem Namen „Brautfelsen“ (kroatisch Nevistina Stina) ins Auge. Der Legende nach verliebte sich ein Mädchen aus dem Hinterland in einen ärmlichen Mann aus der Küstenregion. Die erboste Mutter verfluchte die beiden. Sollten sie heiraten, so würden sie sich in Stein verwandeln. Seither blicken die beiden, für immerdar vereint, auf Brela herab. Selbst eine versteinerte Hochzeitsgesellschaft – der Fluch der Mutter muss wirklich stark gewesen sein – lässt sich finden, ist aber im angrenzenden Kieferwald gut versteckt.

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Novi – das Neue in Brela

Parallel zu Napoleons Wegen lässt sich Brela – und das Massiv des Biokovo – auch auf zwei Rädern erkunden. Eigens gekennzeichnete Mountainbike-Strecken, die sich bis Makarska erstrecken, lassen jedes Bikerherz höher schlagen. Das Panorama von Brela kann jedoch auch von der Meeresseite her erkundet werden. Gemütliche Kajakfahrten vereinen körperliche Fitness mit dem Genuß der Naturschönheiten des Ortes und machen den Besuch der Perle der Makarska Riviera zu einem noch größeren Erlebnis.

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Text: Maximilian Tonsern

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