Reise: Abenteuerliches Trekking durch die Wüste Marokkos

Reise: Abenteuerliches Trekking durch die Wüste Marokkos

Einmal Sahara und zurück

Kein Fernseher, keine Zeitung, kein Handyempfang – nichts, das mich ablenkt. Wir sitzen zusammen am Lagerfeuer, das Begleitteam singt Berberlieder. Im Schlafsack eingemummt heißt es: Sterndal schaun.

Mit Stirnlampen ausgerüstet sind wir auf dem kurzen Fußweg über kleine Sanddünen ins erste Camp in der Wüste. Hinter uns liegen rund 450 km im Minibus – von Marrakesch aus über den Hohen Atlas hierher in den Süden Marokkos zur Oase von M’Hamid, dem Ausgangspunkt unserer viertägigen Wüstentour. Es ist bereits dunkel, als wir unsere Tagesrucksäcke entladen. „Bleibt stehen, schaltet eure Stirnlampen aus und blickt nach oben“, fordert uns Omar, einer unserer beiden Guides, auf. Staunend, mit offenen Mündern stehen wir da und blicken nach oben. Einfach unbeschreiblich schön! Über uns tut sich ein gewaltiger Sternenhimmel auf – angeblich nirgendwo sonst auf der Welt so schön, zumal es keine so genannte Lichtverschmutzung gibt. Sogar die Milchstraße ist zu sehen. Und da – eine Sternschnuppe! Ich darf mir was wünschen …

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Im mit Kerzen stimmungsvoll beleuchteten Gemeinschaftszelt erwartet uns bereits eine Kanne Tee – „Louiza“ genannt (zu Deutsch Eisenkraut) –, bevor es ein köstliches Abendessen gibt. Am Boden auf den blauen Matten sitzen wir im Kreis. „Wichtig ist, dass eure Trinkflaschen mit ausreichend Wasser aufgefüllt sind, ihr nie auf das Eincremen mit Sonnenmilch vergesst und den Kopf immer bedeckt haltet“, erklärt Omar „Verhaltensregeln“ für die kommenden Tage. Später, eingemummt im Schlafsack, erlebe ich meine erste Nacht unter freiem Himmel. Niemand unserer Gruppe nützt die Zweimannzelte. Im Morgengrauen beobachte ich die hinter dem Küchenzelt sitzenden Dromedare. Sie strahlen zusätzliche Ruhe aus, haben etwas Majestätisches an sich. Oben auf der Düne ist schon alles für das Frühstück hergerichtet. Die Sonne geht auf – was für ein Anblick! Ich schlürfe am Fencheltee und mampfe köstliche Palatschinken.

20160128-IMG_7116 1920x1280 (Medium)„Yalla, yalla!“, ruft Omar zum Aufbruch. Das Dahingehen in der Wüste hat fast was Meditatives: Durch einen Palmenhain, über Sanddünen rauf und runter, dann wieder durch schier endlose Ebenen, Stein- und Felswüste – die einen langsamer, die anderen etwas schnelleren Schrittes marschieren wir durch die unglaublich schöne Landschaft. Zwischendurch machen wir immer wieder kurze Trinkpausen und am Vormittag mein Highlight: die „Nuss-Pause“ mit getrockneten Feigen, Datteln und eben Nüssen. Und auch bei der Mittagsrast unter einem Baum werden wir mit allerlei Köstlichkeiten verwöhnt. Immer wieder aufs Neue beeindruckt bin ich davon, wie gut die Weltweitwandern-Profis aus Graz alles organisiert haben (www.weltweitwandern.at). Unser Begleitteam – Köche, Dromedarführer, Helfer, Guides – leistet Tolles. Sie sind die Ersten, die aufstehen und die Letzten, die schlafen gehen. Jeden Morgen packen sie alles auf die Dromedare und ziehen mit ihnen weiter zum nächsten Camp-Platz.

20160129-IMG_7425 1920x1280 (Medium)Die Zeit verrinnt. Ein letztes Mal sitzen wir gemeinsam am Lagerfeuer und genießen den Sternenhimmel. Schon morgen heißt es: wieder zurück in die Zivilisation. Und ich hab’ zum Glück einen persönlichen Auftrag nicht vergessen: In meinem Rucksack ist das Sackerl Sahara-Sand für meine Schwester …

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