„Metamorphosen“ – Grazer Hofgalerie zeigt Werke von Gerhard Almbauer

„Metamorphosen“ – Grazer Hofgalerie zeigt Werke von Gerhard Almbauer

Der steirische Expressionist Gerhard Almbauer setzte sich in seinem Atelier mit 500 Jahren Kunstgeschichte auseinander. Das Resultat ist ein opulenter Werkzyklus, der nun im Steiermarkhof zu sehen ist.

Text: Stefan Zavernik

Mit Gerhard Almbauer zeigt die Grazer Hofgalerie unter der Leitung von Johann Baumgartner einen der innovativsten Vertreter der Steirischen Moderne. Der in Graz geborene Künstler ist mittlerweile in unzähligen internationalen Galerien vertreten und lehrt als Dozent an der Kunstakademie in Bad Reichenhall in Deutschland. Hinter seinen neu entstandenen Werken steckt ein langer Entwicklungsprozess. Seinen Ursprung findet dieser in der mediterranen Landschaftsmalerei und der ewigen Sehnsucht zu reisen. Gut zwanzig Jahre lang arbeitete Almbauer daran, seinen Malstil zu finden, perfektionierte seine Aquarellmalerei, besuchte nahe und ferne Länder und schlug dabei immer wieder einen reduzierteren, abstrakteren Weg ein. Über die Jahrzehnte entwickelte er so eine Kunstform, die ihre Betrachter in träumerische Wirklichkeiten versetzt.

Der kleine Caravaggio, 2016

Seine aktuellen Bilder sind ein Aneinanderreihen von Highlights aus 500 Jahren Kunstgeschichte. Boticelli, Pisanello, Caravaggio oder Bronzino waren nur einige der Künstler, die ihn zu seinen Arbeiten inspiriert hatten. Mit einer aufwendigen Collagetechnik bringt er ihre Meisterwerke dazu, sich als Metamorphose neu zu präsentieren. „Seine aktuellen Ölarbeiten spiegeln bedeutende Momente aus 500 Jahren Kunstgeschichte wider. In äußerster Reduktion geht er auf diese ein und lässt einen breiten Raum für die persönliche Interpretation offen. Gerhard Almbauer bedient sich kräftiger Farben und bringt damit seine persönliche Haltung zum Ausdruck. Er selbst bezeichnet sich als Diener der Schöpfung, der sich durch realistischen Expressionismus ausdrückt.

il nest pire eau que celle qui d ort – Stille Wasser sind tief

In seinen Werken setzt er Kontrapunkte mit farbintensiven Akzenten, welche Leidenschaft und Leben reflektieren“, so Baumgartner. Rechtzeitig zur Ausstellung ist auch ein aufwendiger Kunstkatalog über den Künstler entstanden. Die kunstbegeisterte Ö3-Moderatorin Elke Rock bringt darin in ihrem Vorwort den Spirit der Ausstellung auf den Punkt: „Gerhard Almbauer schafft mit diesen eigens für die Ausstellung in der Hofgalerie im Steiermarkhof geschaffenen Werken die Verbindung zwischen den Großen der Kunstgeschichte und einem gegenwärtigen, aktuellen und modernen Kunstverständnis.“ Sehenswert.

Johann Baumgartner, Gerhard Almbauer, Christian Buchmann (v.l.)

Zu sehen bis 4. April in der Hofgalerie im Steiermarkhof / Krottendorferstraße 81, 8052 Graz

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