Ein Wochenende in Barcelona: Like a jewel in the sun

Ein Wochenende in Barcelona: Like a jewel in the sun

Foto: Mandarin Oriental Hotel Group

Alles in und an Barcelona ist atemberaubend: Die Kunst, die Architektur, die zahlreichen Museen, das großartige Essen und natürlich der sagenumwobene Fußballklub. Also nichts wie hin!

Text: Stefan Zavernik

Barcelona! Seit die Nummer als offizielle Single der Olympischen Spiele 1992 erschien, gilt sie für viele als Hymne der Stadt. Gesungen von einer ihrer größten Töchter mit dem vielleicht stimmgewaltigsten Rocksänger aller Zeiten. Live aufgeführt wurde das Duett allerdings nur ein einziges Mal, und zwar von ­Montserrat ­Caballé, ohne ihren Bewunderer Freddy Mercury, der zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war. Die weltberühmte Opernsängerin sang es live im ausverkauften Fußballstadion von Barcelona, dem Camp Nou. Da für sie kein anderer Duett-Partner in Frage kam, wurde sie von Mercury in Form einer Videoaufzeichnung begleitet. Das von ihm geschriebene Lied ist eine Liebeserklärung an Caballé, die er als Künstlerin verehrte, sowie an Barcelona selbst. Er beschreibt die Stadt darin als ein Juwel in der Sonne, unter einem wundervollen Horizont, und bringt damit das Gefühl der Bewunderung all jener zum Ausdruck, die sich in Barcelona unsterblich verliebt haben. Oft ist es eine Liebe auf den ersten Blick: Die Stadt ist ein architektonisches Juwel mit traumhaften Parkanlagen, eine Kunst- und Kulturmetropole der Spitzenklasse und ein Paradies für Kulinarik-Fans. Mit dem FC Barcelona verfügt sie darüber hinaus über den wohl berühmtesten Fußballklub der Welt.

Plaça Reial

Kunst & Sehenswürdigkeiten

Seit jeher ist „Barca“ eine Stadt, die große Künstler hervorgebracht und ­inspiriert hat. Für Pablo Picasso war sie der Ort, an dem alles begann, an dem er erkannte, wo er noch hinkommen könnte. Er verbrachte einige Jahre seiner Jugend in Barcelona, wo er bereits mit 14 Jahren an der Kunstakademie La Llotja aufgenommen wurde. In dieser Zeit lernte er viele Künstlerkollegen kennen, mit denen er sich austauschte. Auch seine erste Ausstellung fand in Barcelona statt, im Künstlercafé Els Quatre Gats. Keine Frage also, dass für Kunstinteressierte ein Abstecher ins Museu Picasso einen Pflichtbesuch darstellt. Dieses ist in einem ehemaligen Altstadtpalast aus dem 15. Jahrhundert untergebracht und zeigt in erster Linie Jugendwerke des Malers. Auch einige Arbeiten aus späteren Schaffensperioden sind zu bewundern. Wer hauptsächlich klassische Picasso-Arbeiten kennt, wird besonders beeindruckt sein. Der Künstler war zweifellos ein Meister aller Fächer, wenn es ums Zeichnen und Malen ging. Ein weiterer großer Maler, der mit der Stadt in enger Verbindung steht, war der in Barcelona geborene Joan Miró.

Foto: Elisabeth Koch

Kunstfans sollten unbedingt die Zeit für einen Besuch der Fundació Joan Miró am Fuße des Montjuic einplanen. Zu sehen sind dort über 10.000 Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Bühnenentwürfe und Teppiche des Künstlers. Die Idee zum Museum ging auf Miró selbst zurück, der es gemeinsam mit einem befreundeten Architekten geplant hatte. Neben der gezeigten Kunst ist das Gebäude selbst ein Erlebnis und bietet zugleich traumhafte Ausblicke auf die Stadt. Ihr wohl berühmtestes Wahrzeichen, die Sagrada Familia, verdankt die Stadt dem Architekten Antoni Gaudí. Die Bauarbeiten der von ihm entworfenen gigantischen Basilika starteten bereits im Jahre 1882. Bis heute ist das fantastische Bauwerk unvollendet, soll aber zum 100. Todestag des berühmten Architekten im Jahre 2026 fertigstellt werden. Die unglaubliche Größe der Basilika sorgt schon von Weitem für einen atemberaubenden Anblick. Im Inneren geht das Staunen weiter, Besucher finden sich in einem „Säulenwald“ wieder und erleben auf spektakuläre Weise die Inspirationskraft der Natur auf den legendären Architekten. Gaudís Handschrift ist in der Stadt allgegenwärtig, zum Beispiel mit dem Park Güell. Oder mit der Casa Batlló, einem der baulichen Glanzstücke Barcelonas. Ihm gegenüber, ebenfalls am Passeig de Gràcia, findet sich ein weiteres Prachtstück. Allerdings nicht in Form einer klassischen Sehenswürdigkeit, sondern in jener eines luxuriösen Hotels, das innen wie außen als Ausdruck zeitgenössischer Architektur und Designs in Barcelona eine Paraderolle einnimmt.

Ein Hotel als Gesamtkunstwerk

Das Mandarin Oriental Barcelona wurde von den beiden Spitzenarchitekten Carlos Ferrater und Juan Trias de Bes geplant. Sie verwandelten hierzu ein ehemaliges Bankgebäude im Art-Deco-Stil auf spektakuläre Weise in ein modernes Hotel mit 120 Zimmern und Suiten. Für die Innengestaltung wurde die spanische Designikone Patricia Urquiola engagiert, viele ihrer Möbelstücke sind bereits in Museen ausgestellt, darunter im New Yorker MOMA. Für die Gestaltung des Hotels hatte sie komplett freie Hand, das Ergebnis ist ein avantgardistisches Schmuckstück mit orientalischen Elementen und genialen Details.

Die Fassade des Mandarin Oriental Barcelona.

Ihre Handschrift ist in sämtlichen Zimmerkategorien zu erleben, zur Spitze läuft sie allerdings im Non-Plus Ultra des Hauses auf, in der 236 m2 großen Penthouse-Suite mit zwei großzügigen Terrassen. Egal ob im prachtvollen Mimosa Garden, auf der Dachterrasse mit dem stylishen Dipping-Pool, in der coolen Bankers Bar oder im 1.000 m2 großen unterirdischen Spa mit Indoor-Pool: Das Hotel ist als mondäner Rückzugsort im hektischen Treiben der Großstadt auf seine Weise in Barcelona einzigartig.

Herrlicher Blick über die Stadt vom Rooftop des Hotels.

Auch kulinarisch zählt es zu den absoluten Aushängeschildern. Grund dafür ist das mit zwei Michelin-Sternen bewertete Restaurant Moments unter der Leitung der spanischen Spitzenköchin Carme Ruscadella. Als Küchenchef ist Raul Balam im Einsatz. Gemeinsam entwickelten sie ein Konzept einer Küchenlinie, in der gesundheitsfördernde Antioxidantien maßgebend sind. Anti-Aging auf Sterne-Niveau, das zugleich Momente des Hochgenusses garantiert. Reichlich Fisch und Gemüse bestimmen die Karte. Auch das eine oder andere Wildgericht sorgt für Aufsehen. „Die Natur muss auf dem Tisch erscheinen“, ist eines ihrer Credos.

Raul Balam und Carme Ruscadella zaubern im Restaurant Moments.

Die Genussmetropole

Essen und Trinken in Barcelona ist ein Erlebnis für sich. Im Grunde könnte man sich guten Gewissens auch nur deswegen in den Flieger setzen. Dabei sind die großen Genüsse nicht nur in exklusiven Michelin-Sterne-Restaurants zu bekommen. Schon auf den Märkten Barcelonas hat man die Gelegenheit dazu. Zum Beispiel am Tresen der legendären Bar Pinotxo am Mercat de la Boqueria an der Carrer la Rambla. Spitzenköche wie Ferran Adria schwören auf die simplen, aber genialen Gerichte von Juanito Bayen. Nach ein paar gegrillten Muscheln oder Babytintenfischen mit weißen Bohnen bietet sich ein kleiner Verdauungsspaziergang den Ramblas entlang hinunter ins Viertel Barceloneta an.

Hier finden sich an den öffentlichen Stränden nette Bars und Restaurants. Wer klassisch spanisches Seafood mag, sollte unbedingt für einen Lunch im Barraca reservieren. Mit dem Blick aufs offene Meer genießt man dort großartige Tapas und vorzügliche Paella, das Nationalgericht Spaniens. Produkte wie Langustinos, Muscheln oder Tintenfisch werden in einer atemberaubenden Frische serviert, wie man sie eben nur direkt am Meer bekommen kann. Ein Abendessen sollte man auf jeden Fall in der Bar Cañete einplanen, einer Mischung aus Tapas-Bar und Restaurant. Neben traumhaften Tapas wie Lobster-­Kroketten, eingelegten Anchovis oder allerlei Muscheln in den unterschiedlichsten Zubereitungen brilliert der Holzkohlegrill auch mit Fleischspezialitäten.

Das Filet vom Iberico-Schwein, das sich ausschließlich von Eicheln ernährt und sein glückliches Leben im Wald verbringt, ist eine kulinarische Erfahrung, die man unbedingt machen sollte. Und ja: Es gibt natürlich spitzenmäßige Bars in Barcelona. Zum Beispiel die Bar Boadas, in der schon Ernest Hemingway zu den Stammgästen zählte, oder die angesagte Bankers Bar im Mandarin Oriental. Für viele die Institution schlechthin: die Bar Dry Martini.

Der gleichnamige Cocktail wird dort so verehrt, dass man jedes Glas mitzählt – mittlerweile wurden über eine Million davon gemixt. Wer ihn selbst gekostet hat, wird das wenig verwunderlich finden. Genauso auch, warum Barcelona immer wieder aufs Neue eine Reise wert ist.

Kunst & Kultur

Museu Picasso, Carrer Montcada 15–23; www.museupicasso.bcn.cat

Fundació Joan Miró, Parc de Montjuic, www.fmirobcn.org

Sagrada Familia, Carrer de Mallorca 401, www.sagradafamilia.org

Casa Batlló, Passeig de Gràcia 43, www.casabatllo.es

Park Güell, www.parkguell.cat

Parc de la Ciutadella, Passeig de la ­Picasso 21

 

Essen & Trinken

Barraca, Passeig Maritim Barceloneta 1, www.tribuwoki.com

Bar Cañete, Carrer de la Unio 17, www.barcanete.com

Moments, Mandarin Oriental Barcelona, Passeig de Gracia 38–40

Bar Mut, Calle Pau Claris 192, www.barmut.com

Bar Dry Martini, Carrer d’Aribau 162–166, www.drymartiniorg.com

Wohnen

Mandarin Oriental Barcelona, Passeig de Gàcia 38–40 www.mandarinoriental.de/barcelona

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