Steirischen Lies-was-Wochen: Bücherhelden schreiben ein neues Kapitel

Steirischen Lies-was-Wochen: Bücherhelden schreiben ein neues Kapitel

Foto: Land Stmk

Völlig neue Seiten zeigen die sechs Bücherheldinnen und Helden – die Protagonisten der von Bildungslandesrätin Ursula Lackner initiierten landesweiten Leseoffensive: Bis Ende Juni laufen im ganzen Land die „Lies-was-Wochen“.

Dabei finden in vielen öffentlichen Bibliotheken in der Steiermark verschiedenste Veranstaltungen statt, die Kindern, Eltern und Großeltern das Thema Lesen und Vorlesen näherbringen sollen. Zum Finale der „Lies-was-Wochen“ laden die Bücherhelden dann zum 1. Steirischen Vorlesetag.

Wer nicht richtig lesen kann, kann auch nicht richtig schreiben

17 Prozent aller Jugendlichen in Österreich haben Probleme beim lesen einfacher Sätze, weitere 28 Prozent tun sich mit komplexeren Sätzen schwer. Die Ergebnisse der Bildungsstandard-Testungen haben sich seit 2009 zwar verbessert – gut sind sie dennoch nicht, so Ursula Lackner, Landesrätin für Bildung und Gesellschaft. „Wer nicht richtig lesen kann, kann auch nicht richtig schreiben und rechnen. Schwierigkeiten im Alltag, in der Berufswelt, bei der Weiterbildung sind die Folge“, betont Bildungslandesrätin Ursula Lackner die Bedeutung der Lesefähigkeiten. Um diese zu verbessern, sei nicht bloß die Schule gefordert. „Lesen können braucht Übung, also muss Lesen und Vorlesen zum Alltag jedes Kindes, jedes Jugendlichen – und damit jeder Familie gehören“, so Lackner. Daher hat sie im vergangenen Jahr eine Leseoffensive gestartet. „Mit der Aktion ,Bücherhelden – Lesen mehr als Worte‘ wollen wir vor allem die LeseeinsteigerInnen und JungleserInnen im Alter von 0 bis 10 Jahren sowie deren Eltern, Erziehungsberechtigte, Großeltern usw. über unterschiedliche Kanäle ansprechen und ihnen zeigen, dass Lesen nicht nur schlau, sondern außerdem noch jede Menge Spaß macht“, betont Lackner.

Comeback des Traummännleins

Nachdem die sechs BücherheldInnen von April bis Juni ihre eigenen Fernseh- und Radiosendungen (TV- und Radiospots auf ORF Steiermark) bekommen und auch das legendäre Traummännlein (18.55 Uhr, Radio Steiermark) wieder aufleben haben lassen, schlagen sie nun ein neues Kapitel auf. Mit dem heutigen Tag starten in der ganzen Steiermark die „Lies-was-Wochen“. Dabei finden in vielen öffentlichen Bibliotheken in der Steiermark verschiedenste Veranstaltungen statt, die Kindern, Eltern und Großeltern das Thema Lesen und Vorlesen näherbringen und sie dazu animieren sollen, die tägliche (Vor-)Leseeinheit in den Alltag zu integrieren. „Derzeit haben schon mehr als 30 öffentliche Bibliotheken in der ganzen Steiermark ihre Teilnahme zugesagt, und es werden laufend mehr“, erklärt Verena Gangl vom Lesezentrum Steiermark, Projektleiterin der Leseoffensive. Bei den Veranstaltungen erwartet die Kinder und Familien ein buntes Programm, angefangen von klassischen AutorInnen-Begegnungen mit Vorlesestunden über Geschichtenfrühstück, Lesewanderungen, Spielenachmittage mit lesebezogenen Brettspielen bis hin zu Aktionen wie „Buchmacherei“, wo selbst Bücher gestaltet werden, oder „Pop-up-Library“ – BibliothekarInnen schlagen ihre Zelte an ungewöhnlichen Orten auf.

Lesestunde mit Landesrätin Ursula Lackner.
Foto: Land Stmk

1.Steirischer Vorlesetag am 1. Juli

Den Abschluss der „Lies-was-Wochen“ und zugleich ihren Höhepunkt bildet der 1. Steirische Vorlesetag am 1. Juli dieses Jahres. Er soll ab heuer jedes Jahr zum Schulschluss stattfinden. „An diesem Tag organisieren zahlreiche heimische Unternehmen gemeinsam mit den BücherheldInnen einen Vorlesetag, verbunden mit einem speziellen Erlebnisprogramm“, berichtet Lackner. Als Partner mit an Bord sind unter anderem das Universalmuseum Joanneum, die Planaibahnen mit dem Eispalast Dachstein und dem Tierpark Mautern, die Holding Graz, aber auch viele Bibliotheken, AutorInnen und Einzelpersonen, die mitmachen wollen.

Immer auf dem Laufenden mit der „Bücherhelden-Webseite

Auf ihrer Webseite geben die Bücherhelden den Kindern außerdem Lesetipps. Noch sind es nur ein paar, aber der Fundus wächst laufend. Also: Regelmäßig reinklicken zahlt sich immer aus – für Kinder gibt es Büchertipps, Spiele und Neuigkeiten rund ums Lesen und für deren Eltern in einem eigenen Bereich auf der Website viele interessante Informationen und Ratschläge, wie man in Kindern die Lesefreude weckt.

Digitales Ausleihen in den Bibliotheken

Vorboten der Leseoffensive gab es übrigens schon im vergangenen Herbst, als „DigiBib Steiermark“ in den Öffentlichen Bibliotheken in den Regionen gestartet wurde. Das System ermöglicht das Ausleihen von digitalen Medien (E-Books, E-Audios oder E-Paper) über das Internet, ganz bequem, mit nur wenigen Klicks von zu Hause aus, von der Couch oder vom Bett aus, ohne an die Öffnungszeiten der Bibliotheken gebunden zu sein. Die Implementierung erfolgt kontinuierlich, derzeit sind mehr als 40 regionale Bibliotheken angebunden, bis Sommer werden es bereits 75 sein.

Regionale BibliotheksbegleiterInnen

Im Herbst haben außerdem landesweit vier sogenannte Regionale Bibliotheksbegleiterinnen ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit der öffentlichen Bibliotheken in den Regionen zu initiieren bzw. zu fördern – und auch, die Einführung von DigiBib Steiermark zu begleiten. Das ist eine große Herausforderung, denn die öffentlichen Bibliotheken werden von unterschiedlichen Organisationen getragen – in erster Linie von den Gemeinden. Daher arbeiten die BibliothekarInnen unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen: räumliche Situation, Budgets für Medienbeschaffung uvm. Dazu kommt, dass der Großteil der MitarbeiterInnen (etwa 80 Prozent) ehrenamtlich tätig ist.

Alle Veranstaltungen und Infos finden sich auf www.bücherhelden.at bzw. www.bücherheldinnen.at

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