Kunstraum Steiermark: Leistungsschau der lokalen Szene

Kunstraum Steiermark: Leistungsschau der lokalen Szene

Gutmann, "The Unwelcome Redness"

Künstler, die 2016/2017 ein Stipendium des Landes erhalten haben, zeigen in einer Schau höchst unterschiedliche Ansätze, Themen und Formate.

Text: Natalie Resch

„Inhaltlich nicht im klassischen Sinne selektiert, treffen Positionen – sehr junger wie etablierter Künstler – gleichsam zufällig aufeinander und beweisen einmal mehr, dass sich einander ähnliche Fragestellungen und Problemauseinandersetzungen ergeben“, erklärt Kurator Günther Holler-Schuster. Unter dem Titel Kunstraum Steiermark 2017 fasst die Neue Galerie Graz erneut die Werke der Stipendiaten des Landes Steiermark in einer Schau zusammen. Die Heterogenität der gezeigten künstlerischen Arbeiten reicht von der bildenden Kunst über Film und Video bis zur Literatur und zum Theater. Meist handeln diese Fragen ab, die mit der Geschichte bzw. der Realität des Aufenthaltsortes der Stipendiaten zu tun haben und denen ein politisches oder soziales Engagement zugrunde liegt. „Sehgewohnheiten und die Möglichkeiten ihrer Interpretation spielen eine große Rolle“, so Holler-Schuster. Die politische Realität, soziale Dynamik und die eigene subjektive Welt in Einklang zu bringen, damit setze sich diese Generation auseinander.
Höchst erfolgreich hat sich die Schiene „Kunstraum Steiermark“ etabliert und findet in der Neuen Galerie einen Ort, an dem man sowohl den Gedanken des Förderns als auch die Qualität des zu Fördernden nachvollziehen kann. Der Kurator hebt die Relevanz der Förderung durch die öffentliche Hand hervor, denn sie würde das Prinzip der Künstler, „sich naturgemäß sehr weit und oft zu bewegen”, stärken. Zugleich bringen die Stipendien aber auch neue Ideen und Konzepte sowie interessante Personen in die Steiermark. „Wenn Künstler Seismografen bzw. Zeiger der gegenwärtigen Realität sein wollen, dann müssten sie an Orten wie Sarajevo oder Istanbul sein. Dort, wo die Welt passiert“, betont Holler-Schuster den interdisziplinären, länderüberschreitenden Austausch von teilnehmenden Künstlern wie Katharina Swoboda, Andreas ­Heller, zweintopf, Lisbeth Kovacic oder Manfred Stocker.

Brugner, „We dream too much“

Kunstraum Steiermark 2017, bis 4.2.2018, Neue Galerie Graz, studio

www.neuegaleriegraz.at

TEILEN