Steiermärkische Landesbibliothek: Militärwissenschaftliche Werke

Steiermärkische Landesbibliothek: Militärwissenschaftliche Werke

LRin Barbara Eibinger-Miedl, Markus Kostajnsek, Elmar Leopold, Katharina Kocher-Lichem. Foto: LB

Bereits 1811 von Erzherzog Johann gegründet und heute bekannt als Joanneum, ist die Steiermärkische Landesbibliothek die älteste und größte Landesbibliothek Österreichs. Auch wenn sie hauptsächlich im Kulturbereich wahrgenommen wird, ist sie doch eine wissenschaftliche Bibliothek. Ihre neuste Publikation soll nicht nur diesen wissenschaftlichen Schwerpunkt verdeutlichen, sondern auch auf eine der wertvollsten Büchersammlungen Europas aufmerksamen machen – die  Sammlung der militärwissenschaftlicher Werke des Erzherzog Johann.

Text: Michelle Ulz

„Bibliographie der militärwissenschaftlichen Werke der Sammlung Erzherzog Johanns an der Steiermärkischen Landesbibliothek“ – so betitelte das Steiermärkische Landesmuseums sein neustes Werk, publiziert von Markus Kostajnsek und Elmar Leopold. Diese Bibliographie ist allerdings nicht als gewöhnliches Bücherverzeichnis zu verstehen, denn sie gibt Aufschluss  über Werke die bisher der Öffentlichkeit kaum zugänglich waren. Hauptaufgabe einer Bibliothek ist die Weitergabe wichtiger Bestände an nächste Generationen. Das war auch eines der Hauptziele bei der Publikation dieser Bibliographie. Für Fachpublikum ist diese Sammlung besonders wertvoll,da der Band, in einer Vollständigkeit wie dieser noch nie erschienen, umfangreiche Quellen mit Bildmaterial vereint. Der Bestand der Bibliographie war bisher nur im Zettelkatalog der preußischen Instruktionen abrufbar und bietet erstmals die Möglichkeit näher auf Inhalte in Spezialgebieten einzugehen. Auch der Einband der Bibliographie bleibt dem militärwissenschaftlichen Sammlungen des Erzherzog Johanns treu und stellt dar, aus seinen Sammlungen entnommen, wie man sich strategisch einer gegnerischen Festung nähert. Die Sammlung selbst ist nicht nur inhaltlich spannend, als besonders wertvoll ist sie auch dadurch zu erachten, da die Einbände selbst musterhafte Beispiele für klassizistische Einbandkunst sind. Auf den über 150 Seiten finden interessierte Leser neben der aufschlussreichen Auflistung sämtlicher Werke dieser ganz besonderen Sammlung, auch zahlreiche Abbildungen die den Wert dieser Werke näher bringen. Auch wenn das Hauptthema dieser Bibliographie das Militärwesen ist, soll die  Publikation aber auch eines in Erinnerung rufen – Europa war die vergangen Jahrhunderte mehr als oft im Krieg, daher ist die Friede den wir heute erleben dürfen durchaus nicht selbstverständlich.

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