Neue Galerie: Belebte Realitäten jenseits der menschlichen Existenz

Neue Galerie: Belebte Realitäten jenseits der menschlichen Existenz

Dejan Marković, "Shapes of Things Before My Eyes", 2017, Filmstill © Dejan Marković

Mit „Shapes of Things Before My Eyes“ erforscht der aus Beograd stammende Künstler Dejan Marković das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Maschine. Die Ausstellung ist die erste von insgesamt fünf studio-Ausstellungen in diesem Jahr und kann bis 4. März in der Neuen Galerie Graz bei freiem Eintritt besucht werden.

Dejan Marković (geboren 1983, aus Beograd stammend) lebt als Künstler in Berlin und Graz. Mit der Ausstellung Shapes of Things Before My Eyes, deren Titel einen Song der britischen Popband „Yardbirds“ von 1966 zitiert, bringt er drei Elemente zusammen: Donna Haraway liest „The National Geographic“ über Primaten, ein Video von Paper Tiger Television, 1987, Die Werkstatt von Herrn Unruh, Installation, 2018, und Shapes of Things Before My Eyes, 4-Kanal-Video, 2017. In die Konzeption der beiden letztgenannten Arbeiten bezog er Wissenschaftler der TU Graz wie auch des Naturkundemuseums in Graz mit ein. Im Museum wie in der technologischen Entwicklung hin zum Digitalen ergeben sich unterschiedliche Ebenen der Realitätskonstruktion, die immer grundsätzlichere bzw. drängendere Fragen und Problemfelder eröffnen. Sie bestimmen vermehrt das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Maschine. Kann der Mensch noch kontrollieren, was seine eben erst erfundenen Errungenschaften zu leisten imstande sind?

Dejan Marković, „Shapes of Things Before My Eyes“, 2017,
Filmstill, © Dejan Marković

Markovićs Projekt verdichtet scheinbar konträre – analoge und digitale – Vorstellungen von Wissenserzeugung und Wissensverwaltung. Depots und Museumswerkstätten, in denen Präparatoren an der Erstellung von Modellen des Natürlichen arbeiten, wurden von Markovićs selbstfahrendem Kameraroboter observiert. Diese lernfähige Apparatur (ausgestattet mit Infrarotkamera, Nachtsichtgerät, programmierbarer Kamera etc.) in Wechselwirkung mit traditionellen Museumspraxen lässt nicht nur an ein Science-Fiction-Szenario denken. Vielmehr werden belebte Realitäten jenseits der menschlichen Existenz als selbstverständliche und realistische Seinsformen dargestellt.

Die Werkstatt von Herrn Unruh, 2018,
Polyethylenglycol, Epoxidharz, PVC-Schaum, Holz, Farbe, Draht, Gips, Ton, Fell, Feder, Glas, © Dejan Marković

Zum studio

Das studio der Neuen Galerie Graz diente von 1992 bis 2010 als Plattform für junge österreichische Künstlerinnen und Künstler, die am Anfang ihrer Karriere standen. Ab diesem Jahr wird dieses wesentliche Instrument zur Förderung und Präsentation junger Kunst im Joanneumsviertel wieder eingeführt. Vier studio-Ausstellungen werden im Jahr 2018 alternierend von Günther Holler-Schuster und Roman Grabner kuratiert und sind bei freiem Eintritt zugänglich. Zusätzlich findet im Rahmen der Diagonale ’18 ein weiteres studio zu Katrina Daschner statt, das von Katrin Bucher Trantow kuratiert wird.

studio, Neue Galerie Graz,
Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Dejan Marković. Shapes of Things Before My Eyes
Eröffnung: 26. Jänner, 19 Uhr
Laufzeit: 27.01.-04.03.2018
www.neuegaleriegraz.at

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