Beate Rüsch: Die Kraft der Farben

Beate Rüsch: Die Kraft der Farben

Beate Rüsch in der Grazer Galerie Centrum. Foto: Christine Kipper

In einer Schau mit dem Titel „Angekommen“ zeigte die Künstlerin Beate Rüsch farbenprächtige Arbeiten voll positiver Stimmung.

Nach Ausstellungen in Stockholm, Bologna und Udine im vergangenen Jahr kehrte die Künstlerin mit der Schau Angekommen in der renommierten Grazer Galerie Centrum zurück in ihre Heimat und spannte mit den gezeigten Werken einen Bogen von gegenständlicher Malerei mit Natur-Impressionen bis hin zu abstrakten Arbeiten mit teils unkonventionellen und experimentierfreudigen Grundierungen. Unverkennbar in ihrer Malerei ist aber immer ein ureigener, positiver Ausdruck, der von den farbkräftigen Motiven ausgeht. „Ich habe glücklicherweise nichts Schreckliches wie Traumata oder Schicksalsschläge in meiner Kunst zu verarbeiten. Das Leben hat es gut mit mir gemeint. Meine Empfindungen Menschen und dem Leben gegenüber sind durchwegs positiv und das möchte ich mit meiner Kunst auch ausdrücken“, so Rüsch, die in Kürze einen runden Geburtstag feiert.

Beate Rüsch, „Primavera“

Keine Angst vor Experimenten

An dieses Jubiläum ist auch der Titel der Ausstellung angelehnt: Angekommen. Zwar keineswegs was die Kunst und die ständige Suche nach neuen Impressionen und Inspirationen betrifft, sondern im Sinne eines Ankommens bei sich selbst. „Ich kenne mich mittlerweile gut genug und kann mir nichts mehr vormachen – auch wenn man immer wieder mit sich selbst hitzige Diskussionen ausficht. Insofern bedeutet das Angekommen-Sein keineswegs Stillstand oder Bewegungslosigkeit“, so die Künstlerin. Dass sie immer noch auf der Suche nach Neuem in der Kunst ist, zeigen auch die aktuellen Werke, für die sie teilweise mit Stoffen als Struktur-Grundlage experimentierte. Hierfür wurde Leinen als unterste Schicht auf der Leinwand fixiert und die Struktur des Materials beim Malen in den Schaffensprozess miteinbezogen. Eine andere Arbeit überrascht etwa mit getrockneten und übermalten Grashalmen.

Beate Rüsch, „Am Wasser“

Seit 2004 setzt sich die in Graz lebende und in Dornbirn geborene Künstlerin intensiv mit Acryl-, Lack- und Ölmalerei sowie Mischtechnik auseinander und bespielte mit ihren Werken, die oft in Kombination mit Grundstoffen wie Erde, Sand, Asche oder Papier gearbeitet sind, zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. In ihrem Grazer Atelier (Besichtigung nach telefonischer Vereinbarung jederzeit möglich) in der Körösistraße 8 – einem durch bewusst reduzierte Gestaltungselemente wie Ziegel, Stein und Holz zu einem gemütlichen Begegnungsraum designten Ort – taucht sie ein in eine Arbeitswelt, gefüllt mit den unterschiedlichsten Materialien und Werkzeugen. Hier entstehen die meist großformatigen, abstrakten Arbeiten, die stets ihrem Hauptausdrucksmittel folgen: der Intensität der Farben.

Kulturstadtrat Günther Riegler mit der Künstlerin Beate Rüsch.
Foto: Christine Kipper

www.beate-ruesch.at

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