Tradition & Innovation im Stift Admont: Zukunft säen

Tradition & Innovation im Stift Admont: Zukunft säen

Der Dialog von Vergangenheit und Gegenwart stellt die Sammlungen, Museumsabteilungen (im Bild die Gotik-Ausstellung „Sammlung Mayer“), Objekte und heutigen Kunstgattungen in spannen-de Beziehungsfelder – mit Blick voraus. Foto: Barbara Eisner-B.

Die lange Sammlungstradition im Museum des Stiftes ­Admont ist erlebbar! Sie wirkt in der Gegenwart und gestaltet die Zukunft.

Historische Sammlungen spiegeln die Interessen, die Forschungs- und Gestaltungsfelder einzelner Admonter Benediktiner bzw. dokumentieren eingebrachtes Kulturgut früherer Äbte sowie Tauschvorgänge, Ankäufe und wertvolle Schenkungen. Altes wird erhalten und die Kunst der Gegenwart wird konsequent gesammelt, entwickelt und gezeigt. Das 2003 neu eröffnete Museum mit seinen verschiedenen Abteilungen ist gemeinsam mit der Bibliothek ein Präsentationsort: Das Kunsthistorische Museum mit Exponaten aus der Kunst- und Paramentekammer (Paramentesammlung des Fr. Benno Haan), das Naturhistorische Museum mit der permanenten Präsentation der Insektensammlung von P. Gabriel Strobl, der Wachsobstsammlung von P. Constantin Keller, Mineraliensammlung, Reptilien, Amphibien etc., die Handschriften-Abteilung mit Exponaten aus der Sammlung von Handschriften und Inkunabeln sowie das Gotik-Museum mit der „Sammlung Mayer“. Hinzu kommt die Sammlung zeitgenössischer Kunst mit dem eigenen Museum sowie die „Stiftung Hannes Schwarz“. Kostbare Schätze aus den Depots und den Archiven werden je nach Themensetzung für Ausstellungen hervorgeholt.

Zlatko Kopljar, „K9 Compassion“, 2004
KULTUMdepot Graz/Courtesy des Künstlers

Sensationsfund und ein Jubiläum

Die Ausstellungssaison 2018 wird von Sensationsfunden, von einem Jubiläum, Tradition & Innovation sowie einer Schenkung bestimmt. Die Entdeckung der Fragmente eines 1.200 Jahre alten Schriftstückes im Handschriftenmagazin war zündend für die Ausstellung Von Abrogans und ­Nibelungen – Sensationsfunde deutscher Literatur in Österreichs Klöstern. Eines der Highlights neben dem im Stift Admont aufgetauchten „Abrogans“ ist das 1997 im Stift Melk aufgefundene Fragment des Nibelungenliedes. Diese Ausstellung verdeutlicht die Bedeutung der heute noch lebendigen Klöster für das kulturelle bzw. literarische Erbe unserer Gesellschaft.

Thronende Muttergottes, Inntaler Meister, Tirol, um 1435

Was bedeutet es, wenn kirchliche Institutionen zeitgenössische Kunst sammeln? Das Museum für Gegenwartskunst im Stift Admont und das Kulturzentrum bei den Minoriten (KULTUM) als Haus für zeitgenössische Kunst der Diözese Graz-Seckau haben es in den letzten Jahren mit ihren jeweiligen Möglichkeiten und Qualitätsansprüchen getan. Anlässlich von „800 Jahre Diözese Graz-Seckau“ zeigt das Stift Admont in seinem Museum für Gegenwartskunst eine Ausstellung eigener Werke, verbunden mit Werken aus KULTUM, der Sammlung des nunmehrigen Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler, die dieser 2015 seiner Diözese geschenkt hat; hinzu kommen auch noch Arbeiten aus den Beständen der QL-Galerie.

Der Raum für Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum wurde unter dem Titel „HimmelsHöllenKleid“ von ­Carola Willbrand gestaltet. In ihrer im Raum schwebenden Glockenkasel mit Totentanzmotiven und den Textausschnitten als FadenLese an der Wand reagiert Carola Willbrand auf die neue Gotik-Ausstellung und die Admonter Paramante von Fr. Benno Haan.

Foto: Stefan Leitner

Die Dauerausstellung Dem Himmel nahe – Sammlung Mayer im neuen Gotik-Museum beruht auf einer großzügigen Schenkung von Kuno & Helga Mayer an das Stift Admont. Die 85 Exponate sakraler Kunst stammen vor allem aus der Spätgotik. In der Schau entdeckt man die Kunstregionen im europäischen Raum der damaligen Zeit mit ihren diversen Werkstätten und Bildschnitzern (Meister von Seeon, Meister von Kefermarkt, Hans Klocker, Michael Pacher, die Ulmer Schule eines Hans Multscher, Michel Erhart, Niklaus Weckmann u. v. a. m.).

www.stiftadmont.at
www.800-jahre-graz-seckau.at

TEILEN